Bloom’sche Taxonomie: 6 Lernstufen für bessere Schulungskonzepte
Die Bloom'sche Taxonomie gliedert Lernziele in sechs aufbauende Kompetenzstufen und hilft bei der systematischen Entwicklung effektiver Schulungskonzepte.
Die revidierte Bloom’sche Taxonomie strukturiert Lernziele in sechs aufeinander aufbauende Kompetenzstufen, von der einfachen Wissensvermittlung bis zur kreativen Anwendung.
Was ist die Bloom’sche Taxonomie?
Die ursprünglich 1956 von Benjamin Bloom entwickelte und 2001 überarbeitete Taxonomie klassifiziert kognitive Lernprozesse. Sie hilft L&D-Professionals dabei, Lernziele präzise zu definieren und passende Lernaktivitäten zu entwickeln. Besonders in deutschen Unternehmen wie SAP und Siemens wird dieses Framework für die Konzeption digitaler Schulungen eingesetzt.
Welche sechs Stufen umfasst die revidierte Taxonomie?
- Erinnern: Faktenwissen abrufen (definieren, benennen, auflisten)
- Verstehen: Bedeutung erfassen (erklären, zusammenfassen, interpretieren)
- Anwenden: Wissen in neuen Situationen nutzen (demonstrieren, lösen, implementieren)
- Analysieren: Zusammenhänge erkennen (untersuchen, vergleichen, kategorisieren)
- Bewerten: Urteile auf Basis von Kriterien fällen (beurteilen, kritisieren, rechtfertigen)
- Erschaffen: Neue Ideen oder Produkte entwickeln (entwerfen, konstruieren, produzieren)
Wie setzen deutsche Unternehmen die Taxonomie ein?
Die Allianz nutzt die Bloom’sche Taxonomie zur Strukturierung ihrer digitalen Leadership-Programme. Dabei werden komplexe Führungskompetenzen systematisch von der Wissensvermittlung über die Anwendung bis zur kreativen Problemlösung entwickelt.
Die strukturierte Herangehensweise der Bloom’schen Taxonomie ermöglicht es uns, Lernziele messbar zu machen und den Lernerfolg objektiv zu bewerten, erklärt Dr. Michael Weber, Leiter Personalentwicklung bei einem führenden deutschen Maschinenbauunternehmen.
Welche praktischen Anwendungen gibt es für L&D-Manager?
Die Taxonomie bietet konkrete Orientierung bei der Curriculum-Entwicklung. Jede Stufe erfordert spezifische Lernaktivitäten: Während die unteren Ebenen durch E-Learning-Module und Wissensdatenbanken abgedeckt werden können, benötigen höhere Stufen interaktive Formate wie Simulationen, Fallstudien oder Projektarbeiten. Das BMWK empfiehlt in seinen Weiterbildungsrichtlinien die systematische Anwendung solcher Frameworks zur Qualitätssicherung.
Wie misst man den Lernerfolg auf verschiedenen Taxonomie-Stufen?
Jede Stufe erfordert angepasste Bewertungsmethoden. Während Multiple-Choice-Tests das Erinnern und Verstehen prüfen können, benötigen höhere Stufen komplexere Formate: Fallstudienanalysen für das Analysieren, Peer-Reviews für das Bewerten und Portfolio-Arbeiten für das Erschaffen. Die RWTH Aachen hat dazu umfassende Bewertungsraster entwickelt, die in der beruflichen Weiterbildung breite Anwendung finden.
Fazit
Die Bloom’sche Taxonomie bietet L&D-Professionals ein bewährtes Framework zur systematischen Gestaltung von Lernprogrammen. Sie ermöglicht die gezielte Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und schafft Klarheit über Lernziele und Bewertungskriterien. Für deutsche Unternehmen ist sie ein wertvolles Instrument zur Professionalisierung ihrer Weiterbildungsaktivitäten.