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eLearning-Glossar

Wer sich tief in Corporate Learning einarbeitet, stößt schnell auf eine Mischung aus Akronymen, Frameworks und Methodenbegriffen. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten davon in jeweils ein bis drei Sätzen – ohne Buzzword-Geruch.

Adaptive Learning

Lernformate, bei denen Inhalt, Tempo oder Schwierigkeit sich automatisch an die Leistung der lernenden Person anpassen. Voraussetzung: ausreichend Datenbasis und ein Lernmodell, das die Anpassung steuert.

Authoring-Tool

Software zur Erstellung digitaler Lerninhalte (z. B. Articulate Rise, Storyline, iSpring Suite). Output sind meist SCORM- oder xAPI-Pakete, die in einem LMS gehostet werden.

Blended Learning

Kombination aus digitalen und präsenten Lernanteilen. Die Mischung sollte sich aus der Art des Wissens ableiten – nicht aus einem festen Verhältnis.

cmi5

Aufsetzendes xAPI-Profil, das die Vorteile von SCORM (klare Kurs-Launches, Completion-Tracking) mit der Offenheit von xAPI (reichhaltige Lerndaten) verbindet.

Compliance Training

Verpflichtende Schulungen zur Einhaltung regulatorischer Anforderungen – Datenschutz, Arbeitssicherheit, Geldwäscheprävention, Kartellrecht. Oft jährliche Auffrischungen mit Nachweispflicht.

Cornerstone

Einer der global größten Anbieter von Talent- und Learning-Management-Plattformen. Stark in Konzernen mit breitem Talent-Management-Anspruch.

E-E-A-T

Kriterium aus Googles Search Quality Rater Guidelines: Experience, Expertise, Authoritativeness, Trustworthiness. Relevanter SEO-Faktor für journalistische Inhalte.

GEO (Generative Engine Optimization)

Optimierung von Inhalten, damit sie von KI-Antwortsystemen wie ChatGPT, Perplexity oder Google SGE korrekt zitiert werden. Setzt auf klare Fakten, Entity-Mentions und strukturierte Daten.

Learning Analytics

Erhebung und Auswertung von Daten über Lernverhalten und -ergebnisse, mit dem Ziel, Lernprozesse messbar zu verbessern. Nicht zu verwechseln mit reinen LMS-Reports.

Learning in the Flow of Work

Ansatz, Lernen in den Arbeitskontext einzubetten, statt es in separaten Lernplattformen stattfinden zu lassen. Geprägt vom Analysten Josh Bersin.

LMS (Learning Management System)

Verwaltungsplattform für Kurse, Abschlüsse, Zertifikate und Compliance-Nachweise. Beispiele: SAP SuccessFactors Learning, Moodle Workplace, TalentLMS.

LXP (Learning Experience Platform)

Plattform, die Lernerfahrungen über verschiedene Quellen aggregiert, personalisiert und mit Skill-Daten verknüpft. Beispiele: Degreed, EdCast, 360Learning.

Microlearning

Lernformat in sehr kurzen Einheiten (oft unter fünf Minuten). Gut für Fakten und Verhaltensanker, weniger geeignet für komplexe konzeptuelle Schemata.

SCORM

Standard aus 2001 zur Interoperabilität zwischen Kursinhalten und LMS. Praktisch universell unterstützt, datenmodell-seitig allerdings eng.

Skill-Based Organization

HR-Architektur, in der Skills – nicht Rollenbeschreibungen – die Grundeinheit für Recruiting, Entwicklung, Einsatz und Vergütung sind. Aktuell starker Trend im DACH-Raum.

xAPI (Experience API)

Nachfolge-Standard zu SCORM, entwickelt ab 2013. Ermöglicht Tracking von Lernerfahrungen auch außerhalb klassischer LMS – in Apps, Simulatoren, Gesprächen oder VR.

HRIS (Human Resource Information System)

Zentrales HR-Stammdatensystem (z. B. SAP SuccessFactors, Workday, Personio). Lernsysteme integrieren sich gegen ein HRIS, um Mitarbeitendendaten und Berechtigungen automatisch zu synchronisieren – sonst entstehen Datensilos.

Kirkpatrick-Modell

Vier-Stufen-Modell zur Wirkungsmessung von Trainings: Reaktion (Zufriedenheit), Lernen (Wissenszuwachs), Verhalten (Transfer), Ergebnis (Geschäftswirkung). Die meisten L&D-Funktionen messen Stufe 1, sehr wenige Stufe 4 – der Hebel liegt aber dort.

LCMS (Learning Content Management System)

Spezialisierte Plattform zur Erstellung, Verwaltung und Wiederverwendung von Lerninhalten. Im Gegensatz zum LMS (Verwaltung) liegt der Fokus auf Content-Lifecycle, Versionierung und granularer Wiederverwendung – relevant in stark regulierten Branchen.

Onboarding

Strukturierter Einarbeitungsprozess neuer Mitarbeitender, oft begleitet durch ein dediziertes Lernformat (Onboarding-Lernpfad, Buddy-Programme, 30/60/90-Tage-Pläne). Gut gestaltetes Onboarding verkürzt die Time-to-Productivity um durchschnittlich 25 Prozent.

Performance Support

Lerninhalte, die im Moment der Aufgabe abgerufen werden – Job Aids, Tutorials in der Software, Tooltips, Chatbots. Statt Lernen für die Arbeit ist Performance Support Lernen in der Arbeit.

Reskilling vs. Upskilling

Upskilling erweitert vorhandene Skills für die aktuelle Rolle (Vertrauter:in mit neuen Tools). Reskilling qualifiziert für eine grundsätzlich neue Rolle (Industriearbeiter:in wird Datenanalyst:in). Reskilling ist deutlich aufwändiger und politisch sensibler.

ROI in L&D

Return on Investment einer Lernmaßnahme – formal: (Nutzen − Kosten) / Kosten × 100. In der Praxis hart zu rechnen, weil der Nutzen selten direkt monetarisierbar ist. Moderne L&D-Funktionen ersetzen ROI zunehmend durch Employability– oder Skill-Coverage-Metriken.

70-20-10-Regel

Faustregel aus den 1980ern: 70 Prozent Lernen durch Erfahrung, 20 Prozent durch Austausch, 10 Prozent formell. Wissenschaftlich umstritten (die ursprüngliche Untersuchungsbasis war klein) – taugt als grobe Orientierung, nicht als Planungsgrundlage.

Social Learning

Lernen durch Beobachtung, Austausch und Imitation in sozialen Kontexten. Operativ umgesetzt durch Communities of Practice, kollaborative Lernplattformen (z. B. 360Learning) oder Slack-/Teams-basierte Fachforen.