CEO-Altersbarrieren schwinden: NBER-Studie zeigt Wandel im Top-Management
NBER-Studie zeigt: Altersbarrieren bei CEO-Positionen schwinden, während Ageismus in anderen Bereichen fortbesteht.
Das Alter spielt bei der Besetzung von CEO-Positionen eine immer geringere Rolle, wie eine aktuelle Studie des National Bureau of Economic Research zeigt.
Warum werden ältere Manager seltener diskriminiert?
Die Forschungsergebnisse des NBER belegen einen deutlichen Wandel in der Führungsetage amerikanischer Unternehmen. Während Altersdiskriminierung in den unteren und mittleren Managementebenen weiterhin verbreitet ist, scheinen die traditionellen Altersbarrieren bei der Auswahl von Geschäftsführern zu verschwinden. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass Unternehmen bei Spitzenpositionen verstärkt auf Erfahrung und Expertise setzen statt auf das biologische Alter.
Welche Rolle spielt die Demografie?
Der demografische Wandel in Deutschland und anderen entwickelten Volkswirtschaften verstärkt diesen Trend. Unternehmen wie Siemens und SAP haben bereits gezeigt, dass eine altersgemischte Führung durchaus erfolgreich sein kann. Die längere Lebensarbeitszeit und der Fachkräftemangel zwingen Organisationen dazu, das Potenzial aller Altersgruppen zu nutzen.
„Die Studienergebnisse spiegeln wider, was wir in der Praxis beobachten: Kompetenz und Führungserfahrung werden wichtiger als das Geburtsdatum“, erklärt Dr. Petra Jenner vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
Warum bleibt Ageismus in anderen Bereichen bestehen?
Trotz der positiven Entwicklung im C-Suite-Bereich zeigen AARP-Daten, dass über 60 Prozent der amerikanischen Arbeitnehmer ab 50 Jahren noch immer Altersdiskriminierung erfahren. In Deutschland bestätigt eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ähnliche Tendenzen. Besonders in technologieorientierten Bereichen und bei Neueinstellungen wirken traditionelle Altersvorurteile fort.
Was können Unternehmen konkret tun?
Führende deutsche Unternehmen setzen bereits auf strukturierte Maßnahmen gegen Altersdiskriminierung:
- Anonymisierte Bewerbungsverfahren ohne Altersangaben
- Altersgemischte Teams zur Förderung des Wissenstransfers
- Flexible Arbeitsmodelle für alle Altersgruppen
- Weiterbildungsprogramme speziell für ältere Mitarbeiter
- Mentoring-Programme zwischen verschiedenen Generationen
Die Allianz und Henkel haben beispielsweise erfolgreich Programme implementiert, die das Erfahrungswissen älterer Mitarbeiter systematisch nutzen und gleichzeitig jüngeren Kollegen zugänglich machen.
Fazit
Der Wandel in der CEO-Auswahl zeigt, dass sich Einstellungen zu Alter und Führung langsam ändern. Für HR-Verantwortliche und Unternehmensleitungen bietet dies die Chance, diese Entwicklung auch auf andere Hierarchieebenen auszuweiten. Nur durch konsequenten Abbau von Altersvorurteilen können Unternehmen das volle Potenzial ihrer Belegschaft ausschöpfen und sich im demografischen Wandel erfolgreich positionieren.